Leitbild - mehr als nur ein Stück Papier
Das Leitbild des Heinrich Sengelmann Krankenhauses basiert auf den Begriffen Freiheit, Verantwortung, Autonomie, Individualität sowie Respekt und ist unter anderem die Grundlage unserer Qualitätspolitik, der internen Führungsgrundsätze und des Mitarbeiterhandbuches. Im Jahr 2009 ist das Leitbild in Form eines Kalenders mit Fotos von Mitarbeitenden unseres Kranken-hauses erschienen. Hier sehen Sie das Titelfoto.
Unser Klinikleitbild
Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus (HSK) gehört mit seinen stationären, tagesklinischen und ambulanten Einrichtungen zu den Medizinischen Gesellschaften der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.
Als Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Akademisches Lehrkrankenhaus bietet es in zeitgemäßer Weise Gesundheitsdienstleistungen für Patienten und Angehörige sowie Leistungen für Einweiser und Kostenträger, für Auszubildende und Studierende. Um der Bevölkerung ein hervorragendes Behandlungsspektrum zu bieten, nutzen wir neben unseren eigenen Ressourcen auch die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Einrichtungen.
Persönlich, individuell …
Über 40 Jahre Erfahrung haben die spezifische Behandlungskultur des Heinrich Sengelmann Krankenhauses geprägt. In unseren Schwerpunktbereichen Krisenintervention und Psychosen, affektive Störungen und Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und -psychotherapie sowie Suchtmedizin behandeln wir unsere Patienten individuell und Schulen übergreifend, das heißt zum Beispiel unter Berücksichtigung psychiatrischer, tiefenpsychologischer sowie verhaltenstherapeutischer Ansätze. Durch Beziehungsarbeit, das Gespräch und eine abgestimmte medikamentöse Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wollen wir im Rahmen der Behandlung zusammen mit unseren Patienten deren größtmögliche Selbständigkeit und Zufriedenheit erreichen.
Auf dieser Basis, mit professioneller Kompetenz, dem hohen Qualitätsanspruch und der persönlichen Zugewandtheit aller seiner Mitarbeitenden erfüllt das HSK zentrale Versorgungsaufträge im Gesundheitswesen des Kreises Stormarn und der Freien und Hansestadt Hamburg. Als freigemeinnütziges Dienstleistungs-unternehmen fühlen wir uns in besonderem Maße dem Wohl der Öffentlichkeit verpflichtet. Dabei ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und religiösen Positionen gelebter Bestandteil unserer Arbeit. Durch konsequentes Qualitätsmanagement, Fort- und Weiterbildung und einen patientengemäßen Personalschlüssel sichern wir eine hohe Qualität in Diagnostik, Therapie und Pflege sowie in Sozialdienst und Seelsorge.
Dieses Leitbild beruht auf der Satzung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Es orientiert sich am von christlicher Werteorientierung geprägten Stiftungsleitbild. Im Zentrum unseres Leitbildes stehen die grundlegenden Orientierungen Freiheit, Verantwortung, Autonomie, Individualität und Respekt.
Freiheit
Jeder Mensch ist von Gott als freies Wesen geschaffen. Wir achten die Würde eines jeden Menschen, indem wir seine Freiheit anerkennen. Dazu gehört auch, allen Menschen im Krankenhaus Raum zu geben, ihren Glauben zu praktizieren und Seelsorge und Gottesdienst zu erleben.
Patienten, die zu uns kommen, haben die Freiheit, im Rahmen unserer Beratung und Betreuung über Art und Umfang unserer Dienste selbst zu entscheiden, soweit ihnen dies möglich ist.
Alle Mitarbeitenden des HSK verfügen je nach ihrer speziellen Aufgabe über professionelles Wissen und Kompetenz. Zur Professionalität der Mitarbeitenden gehört es, sich der verschiedenen Rollen im Miteinander von Behandelnden und Patienten bewusst zu sein. Trotz des notwendigen Wissens-, Erfahrungs- oder Funktionsunterschieds treten alle Mitarbeitenden ihrem Gegenüber als einem
Gleichberechtigten gegenüber. Wir vertreten das Ziel einer ganzheitlichen Therapie, die die Selbstbestimmung und die Ressourcen des Patienten stärkt und vergrößert im Hinblick auf die Freiheit als Mensch.
Verantwortung
Als ein freies Geschöpf Gottes trägt jeder Mensch für sich selbst Verantwortung. Aus dieser Verantwortung für sich selbst erwächst auch eine Mitverantwortung für die Regeln gemeinsamen Lebens.
Selbstverantwortung bedeutet, für das eigene Tun einzutreten und die Konsequenzen des eigenen Tuns und Lassens zu reflektieren und zu tragen. Wer als Patient, Angehöriger, Auszubildender oder Studierender unsere Leistungen in Anspruch nimmt, trägt Verantwortung für sich selbst, soweit er es
vermag.
Zur Verantwortung der Mitarbeitenden gehört es, die Patienten für ihre persönliche Verantwortung zu sensibilisieren und ihnen die Folgen ihres Tuns oder Unterlassens nachvollziehbar zu machen, zum Beispiel durch fachgerechte und umfassende Einbindung in die individuelle Behandlungsplanung.
Das HSK und seine Mitarbeitenden übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Dieser Verantwortung werden wir gerecht durch Gestaltung einer auf jeden Patienten individuell eingehenden Therapiekultur und durch entsprechende Kommunikation gegenüber medizinischem Fachpublikum, politischen Akteuren sowie der interessierten Öffentlichkeit. Weitere Aspekte unserer gesellschaftlichen Verantwortung sind hohe ökonomische Effizienz und verantwortungsbewusster Umgang mit den vorhandenen personellen, wirtschaftlichen und ökologischen Ressourcen.
Autonomie
Zu den Grundlagen von Autonomie gehört, dass Menschen um Herkunft, Ziel und Grenzen ihrer Lebensgestaltung wissen. Freiheit in Verbindung mit bewusst wahrgenommener Verantwortung mündet in Autonomie, das heißt in gelebter Selbstbestimmung. Wir nehmen die Mündigkeit all derer ernst, die unsere Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, und stärken Patienten und Angehörige in der Entwicklung ihrer Autonomie.
Individualität
Im Rahmen unserer diakonischen Orientierung sehen wir jeden Menschen als ein unverwechselbar eigenes Ebenbild Gottes. Wir wollen der Individualität insbesondere jedes einzelnen Patienten gerecht werden.
Freiheit, Verantwortung und Autonomie gewinnen Gestalt, wo Menschen ihr Leben nach ihren eigenen Entwürfen führen. Die Verschiedenheit von Menschen in ihren jeweiligen Lebenszusammenhängen erkennen wir an. Dies gilt sowohl für Mitarbeitende als auch für die Menschen, die unsere Leistungen in Anspruch nehmen.
Von den Mitarbeitenden wird selbstverständlich ein hohes Maß an Professionalität erwartet. Zum Berufsethos gehört aber auch die Einsicht, dass die Darstellung der eigenen Individualität dort eine Grenze erfährt, wo sie dem Auftrag, den strategischen Zielen oder der Therapiekultur des HSK widerspricht oder die erfolgreiche Wahrnehmung der eigenen Berufsaufgaben gefährdet.
Respekt
Individualität im diakonischen Verständnis fordert, dass wir einander Respekt entgegen bringen. In einer Kultur des Respekts ist die Vielfalt der Lebensstile von Menschen selbstverständlich.
Mehr Verschiedenheit bedeutet in aller Regel auch mehr Konflikt. Umso mehr bedarf es eines grundlegenden Respekts gegenüber dem jeweils anderen als Person. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen Person und Werk eines Menschen. Denn niemand geht in seinen Taten auf. Jeder Mensch ist sehr viel mehr und anderes, als was er aus sich selbst gemacht hat und als andere an ihm wahrzunehmen vermögen. Deshalb begegnen die Mitarbeitenden des HSK allen Menschen in ihrem
beruflichen Umfeld, seien es Patienten oder andere Nutzer ihrer Dienstleistungen, Vorgesetzte oder andere Mitarbeitende, auf gleicher Augenhöhe.
Schlussbemerkung
Themenbezogene Ergänzungen bzw. erläuternde Ausführungen auf Basis dieses Klinikleitbildes sind nachzulesen im Mitarbeiterhandbuch und in der Qualitätspolitik des Heinrich Sengelmann Krankenhauses sowie in den Führungsgrundsätzen der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.