Presseinformationen
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Sülfelder Schüler zum Suchtpräventionstag im Heinrich Sengelmann Krankenhaus
Hamburg/Bargfeld-Stegen, 1.12.2011 Das „Drogenquiz“ war nicht der einzige Höhepunkt, den die Fachleute der Abteilung Suchtmedizin für den Besuch der Gemeinschafts-schule im Alsterland vorbereitet hatten. Nachdem es hier zunächst spielerisch um den Weg von der Kartoffel über die Destillation zum Wodka gegangen war oder um die Frage, was der Unterscheid ist zwischen einer gesunden Leber und dem gleichen Organ nach langjährigen Alkoholmissbrauch, standen für die 70 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 im Rahmen ihrer Suchtpräventionswoche noch andere überraschende Stationen auf dem Tagesprogramm.
So wurde in Rollenspielen lebhaft veranschaulicht, wie unterschiedlich ein Wochenende mit zu viel Alkohol verlaufen kann. Mit unangenehmen Fotos vom Trinkgelage, die womöglich gegen den eigenen Willen im Internet veröffentlicht werden, oder gar mit dem Erwachen auf der Intensivstation, wenn nach dem „Vorglühen“ tatsächlich das Trinken bis zum Koma folgt. Unter der Leitung von Dr. Peter-Hans Hauptmann, Oberarzt der Abteilung Suchtmedizin, standen Ärzte, Psychologen, Fachkrankenpfleger und Fachtherapeuten einen ganzen Tag zur Verfügung, um den Jugendlichen Einblicke in die Themen Sucht und Suchttherapie zu geben.
Nach Begrüßung der Gäste im Festsaal machten sich acht Kleingruppen auf, um Musik- und Sporttherapie oder die Werktherapie Holz kennenzulernen. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass Ergotherapie nicht bloß „Beschäftigung“ bedeutet, sondern den Suchterkrankten hilft, verloren gegangene Alltagsstruktur wiederzuerlangen, dass gemeinsames Musizieren oder künstlerisches Gestalten das Vertrauen in die eigene Schaffenskraft wieder aufbauen kann. Am eigenen Leib erlebten einige der Jugendlichen auch die Ohr-Akupunktur, die im Heinrich Sengelmann Krankenhaus häufig eingesetzt wird, um Entzugserscheinungen zu lindern. Im Gespräch mit zwei Patienten erhielten die Schüler sogar Einblicke in individuelle Suchtbiografien. Dabei kamen auch die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit Drogen und Sucht im persönlichen Umfeld zur Sprache.
Am Ende des ereignisreichen Tages zogen nicht nur die Jugendlichen ein begeistertes Fazit. Auch die drei Klassenlehrerinnen Angelika Aust, Kathrin Stolten-Krüger und Michaela Henk lobten den sehr regen Austausch mit den therapeutischen Profis des Heinrich Sengelmann Krankenhauses und die angenehme Atmosphäre. Insbesondere seien Vorurteile und Ängste durch neue Eindrücke und Erfahrungen korrigiert worden. Für 2012 wurde bereits über den nächsten Besuch nachgedacht.
Heinrich Sengelmann Krankenhaus
Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus gehört zum Unternehmensverbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Es ist akademisches Lehrkrankenhaus und Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie mit einem Versorgungsauftrag für den Kreis Stormarn und die Freie und Hansestadt Hamburg. Auf neun Stationen behandeln Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte, Sozialpädagogen und Therapeuten die Patienten.
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